Druckschrift 
24 (1852) Die Verlobten
Entstehung
Seite
33
Einzelbild herunterladen
 

33

Von Menwygcnt, herbei, dessen steigender Ruhm nahe daranwar, mit dem schon festbegründcten Rufe CadwallonS zuwetteifern, und forderte ihn auf, ein Lied anzustimmcn, dasihm seines Herrn Beifall und den Dank der ganzen Gesell-schaft erwerben könnte. Der junge Mann war ehrsüchtigund wohl bekannt mit den Künsten eines Höflings. Er be-gann ein Gedicht, mit welchem er, odschon unter einem an-dern Namen, ein so poetisches Gemälde von Eveline Verengerentwarf, daß Gwenwpn darüber entzückt war; und währendAlle, welche das schöne Original gesehen hatten, sogleich dieAehnlichkeit erkannten, zeugten des Fürsten Augen sowohlvon seiner Leidenschaft für den Gegenstand, als auch vonseiner Bewunderung für den Dichter- Der erhabene Schwungder Phantasie, der die celtische Poesie auszeichnete, genügtedem Enthusiasmus des ehrgeizigen Barden kaum, der seinenTon noch mehr steigerte, als er den günstigen Eindruck ge-wahrte, den sein Gesang hervorbrachte. Das Lob des Fürstenvermengte sich in seinem Gesänge mit dem der normännifchenSchönheit, und wie der Löwe, sagte der Dichter, sich nur vonder Hand einer keuschen und schönen Jungfrau leiten läßt, sokann auch ein Fürst nur die Herrschaft der tugendhaftestenund liebenswürdigsten ihres Geschlechts anerkennen. Werfragt die Mittagssonne, in welchem Theile der Welt sie ge-boren wurde? und wer wollte solche Reize, wie die ihrigen,fragen, welchem Lande sie ihr Dasein verdanken?

Begeistert für die Freude wie für den Krieg, und mit ei-ner Einbildungskraft ausgcstattct, welche dem Fluge ihrerDichter leicht folgen konnte, brachen die walliser Häuptlingein ein einstimmiges Beifallrufen aus; und der Sang desBarden vermochte ihren Sinn weit günstiger für die bcab-Die Verlobten. z