zu Ehren ihrer Reize zersplittert worden, und der.stattlicheHugo von Lacy, Konstabel von Chester, einer der gefürchtet-sten Krieger seiner Zeit, hatte den Preis, den seine Ritterlich-keit in einem nahe bei dieser alten Stadt gehaltenen Turnieregewonnen hatte, zu Evelinens Füßen nicdcrgelegt. Gwenwpnsah in diesen Triumphen eben so viele empfehlende Zugaben,die den Glanz der persönlichen Vorzüge Evelinens erhöhten;ihre Schönheit war makellos, und sie war die Erbin der Fe-stung, nach deren Besitze er sich so lange gesehnt hatte, unddie er jetzt durch mildere Mittel als diejenigen, welche er ge-wöhnlich zur Erreichung seiner Plane anwandte, zu gewinnengedachte.
Allein der Haß, welchen die Britten und ihre sächsischenund normannischen Dränger noch immer gegen einander nähr-ten ; seine lange und nur schlecht erloschene Fehde mit ebendiesem Raymond Berenger; die Erinnerung, daß Bündnissezwischen den Wallisern und Engländern selten glückliche Re-sultate herbeigeführt hatten; und endlich die Ueberzeugung,daß sein Vorhaben von seinen Anhängern nicht gebilligt» undals ein Abfall von den systematischen Grundsätzen, nach wel-chen er bisher gehandelt hatte, betrachtet werden würde, hiel-ten ihn ab, seine Wünsche dem Schloßherrn oder seiner Toch-ter zu offenbaren. Keinen Augenblick glaubte er, daß manseinen Antrag verwerfen werde; er war überzeugt, er dürfenur seinen Wunsch aussprechen, so werde die Tochter einesnormännischen Kastellans"), dessen Rang und Macht unterden Gränz-LordS eben nicht zu den ansehnlichsten gehörten,
») Kastellans wurden die Ritter genannt, weichen die Bewachung derGränzburgen anvertraut war.