Gebräuche der Schatzgräberei auf ein Haar, und hättevielleicht in seinem Glauben gewankt, wenn man nichtmethodisch und mit der gebührende» Feierlichkeit zuWerk gegangen wäre. Nun aber, da er die gewöhn-liche vorbedeutende Geldflamme mit eigenen Augen ge-sehen halte, stieg nicht der kleinste Zweifel gegen dieNichtigkeit der Sache in ihm auf. Es kostete ihn auchwenig Kopfbrechen, das Räthsel zu löse», wer unterAmaliens Freiern der Liebling seiner Uraltmutter scy.Er rieth sogleich auf den theuern Junker Max, denner machte den weisen Schluß: die Sammlerin einesSchatzes müsse wie er den Werth eines Mcmchen nachseinem Reichthum schätzen, und daher den armen Hu-sarenlieutenant mit Verachtung und Widerwillen an-sehen.
Herr von Gänscwitz erschien zur Mittagstafel im be-sten Staate und liebäugelte sehr freimüthig mit seinervermeinten Braut. Sie wich seinen zärtlichen Blickenso viel als möglich aus, sah ihm aber desto schärferauf die Tasche», um sich gleich durch die Flucht rettenzu können, wenn er etwa wieder eine Neffelpeitsche her-vorziehen sollte. Doch dießmal blieb sie verschont, unddie Taselzeit ging unter Gesprächen über die Jagd undandere gleichgültige Gegenstände glücklich vorüber.
Jetzt erhielt Amalie einen Wink, sich zu entfernen.Sie hatte noch nie einen Befehl ihres Vaters mit sol-chem Vergnügen befolgt. Er verriegelte hinter ihr dieThür, und erzählte nun seinem Gast die Begebenheitender vorigen Nacht, die er noch keiner Seele entdeckthatte.
Max riß seine kleinen Blinzaugen so weit auf, daßer wirklich ein paar Sekunden lang andern Menschen