311 <§<>
und brachte die Einleitung eines Gesprächs in der Taschemit. Er zog nämlich, indem er sich Amalien mit ei-nem Kratzfuß nahte, plötzlich eine» Strauß — Nesselnhervor, peitschte damit ihre Hände, und fragte mit grin-' sendem Lächeln: „Heh! brennt's?" —
^ „Ein sonderbarer Scherz!" rief Amalie, und zog un-
willig die Hände zurück.
„Nicht wahr, die Dinger brennen ganz verteufelt?"> fragte er nochmals.
^ „Mehr als mir lieb ist!" antwortete Matchen.
„Nu, seh» Sie, schöne Fristen," sprach er, und wolltesie zärtlich in die Backen kneipen, „gerade so brenntmein Herz gegen Sie." —
Herr von Horneck klatschte über diese wohl gerathene^ Liebeserklärung mit lautem Jubel in die Hände. Ama-
liens Wanzen glühten. Sie eilte stumm nach der Thür.
„Wo willst Du hin?" ries der Vater.
„In die Küche."
„Na, laß das Beste aufschüsseln, was wir haben!Einen so seltenen und angenehmen Gast wie den Herrnvon Gänsewitz müssen wir so gut als möglich bewir-then." —
„O, machen Sie keine großen Cercmvnien mit mir,Herr Nachbar!" sagte Map. „Ich bin gar nicht hung-rig." -
„Hä, hä, hä! das glaub' ich wohl!" rief Herr von> Horneck. „Den Vortheil haben alle Verliebte, daß sie
fast von der Luft leben und ihnen ihr Tisch wenigkostet." —
So gab ein Wort das andere, und ehe man nochzur Tafel ging, hatte sich schon Junker Max um Ama-lien beworben. Dieser Vortrag war für seinen unbe-