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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
312
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redten Mund eine schwere Geburt; aber Herr von Hor-neck stand ihm als Hebamme treulich bei, und rief demKindlein, ehe es noch völlig zur Welt kam, sein Jaentgegen. Cr behielt sich jedoch vor, seiner Tochter ihrGluck selbst anzukiindige», und stimmte seinen künftige»Eidam, sich über Tisch nicht zu vcrrathen.

Max war, nach seinem Appetit und andern Kenn-zeichen zu urtheilen, sehr mäßig verliebt. Er wieein Drescher, trank sich einen ansehnlichen Haarbeutel,und schlief, als er nach Hause fuhr, im Wagen wieein Murmelthier.

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Man kan» sich vorstellen, was für ein Lami entstand,als Herr von Horneck seiner Tochter den plumpe» Stax,der sie mit Nesseln gegeißelt hatte, zum Gemahl an-trug. Sie wollte sich, antwortete sie weinend, liebermit dem Tode, als mit diesem Dummkopf vermählen.Dumm hin, dumm her!" rief der Vater.Wer bravGeld hat, ist ein Salomo! Damit basta!"

Amalie wußte aus Erfahrung, daß der Eigennutz ih-ren Vater gegen Bitten und Vorstellungen unempfind-lich machte. Sie verlor daher weiter kein Wort, son-dern schrieb ein Briefchen an den Onkel und bat ihnum Hülfe, weil er mehr als irgend Jemand bei seinemBruder vermochte.

Cr kam unverzüglich, predigte aber tauben Ohren,und überwarf sich am Ende so heftig mit dem altenStarrkopf, daß sie im Unfrieden aus einander gingen.Die Liebenden waren trostlos. Das ganze Schloß nahm