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briefe bestimmt hatte, lauschte sie schon bei frühem Mor-gen am Fenster. Der junge Herr ließ lange auf sichwarte». Er würde wahrscheinlich rascher geritten sehn,wenn er sich sein Mühmchen so schön vorgestellt hätte,als es seit sieben Jahre» geworden war. Allein erdachte sich nur das Kind, mit dem er gespielt hatte,und diese Ruhe seiner Phantasie kam seinem Polackcnvortrefflich zu Statten.
Das Fräulein lauerte bis gegen Abend vergebens,und sing nun a», auf de» saumseligen Gast böse zuwerde». Mit einem Male ging's trapp, trapp, trapp!als wie von Rosses Hufen, und sic hob schon die Füß-chen, um die Treppen hinunter zu Hüpfen. Aber dererste Blick, den sie auf den ankommenden Reiter warf,machte sie so schüchtern, daß ihr alte Lust verging, ihmin den Hof hinab entgegenzucilen. Dieser herzliche Em-pfang war nur dem kleine» Junker Albert zugedacht;aber den stattlichen Husarenoffizier, der hoch und schlankwie eine Tanne mit einem pechschwarzen Schnurrbartauf seinem Rosse saß, den konnte sie doch unmöglich sovertraut bewillkommnen. Sie hatte kaum das Herz,am Fenster zu bleiben, und versteckte sich halb hinterdie Vorhänge.
Cr schwang sich im Hofe vom Pferde und schrittrasch in den linken Flügel hinüber. Doch nach einerhalben Stunde ließ er sich im rechten Flügel zu einemkurzen Besuch anmelden, und erschien, als ob er vordem König durch die Musterung gehen sollte, in seinerglänzenden Staatsuniform, die ihm wie angegossen war.Gesundheit blühte auf seiner braunen Wange; Muthblitzte ihm aus den schwarzen Augen — kurz, mankonnte sich keinen schönern Jüngling denken. Amalie