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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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eben so ungestört wie bei Hogarths berühmtem Al-mosenstock ihr Gewebe über die blechernen Lippen hin-wegziehen konnte».

Durch diese Maßregeln geschah jedoch den Armen we-nig Abbruch. Malchen machte Schulden, um ihre Wohl-thä'tigkeit fortzusetzen. Sie hatte bei dem Onkel in sol-chen Fälle» Kredit, und bediente sich dessen, wenn sievon Nothleidenden hörte. Dafür ward sie von demganzen Dorfe angebetet und ww ein Engel verehrt.

Diese kleine Abgötterei konnte man den dankbarenLeuten um so weniger verdenken, da sich Seelei^iite undSchönheit in gleichem Grade bei Amalien vereinigten.Sie war ganz so gebildet, wie wir uns die Gestalt derfreundlichen Himmelsvürger vorstellen. Die Natur hattesich recht in Acht genommen, keinen Zug aus der Lü-stern Stoßvogels-Physiognomie ihres Vaters in ihr Ge-sichtchen überzukragen, wo man die Gutmüthigkeit leib-haftig auf Rosen gelagert sah. Dieses Engelsköpfchenumkräuseltcn blonde Locken, und leicht und frei trug esein schlanker Körper vom schönsten Wuchs. Doch beialler vieler unbeschreiblichen Anmuth war das Fräulein,das erst in der Bliithe des siebenzehnten Jahres stand,so anspruchlos und bescheiden, wie es billig mancheshäßliche Meerkätzchen seyn sollte, das sich wunderschöndünkt und große Ansprüche darauf gründet.

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Amalie schien zwar selbst von ihren Reizen nichts zuwissen, und sah mit ihren blauen Augen so gleichgültigin de» Spiegel, als ob ihr das begegnende Lilien- undRosengesicht einer fremden Person gehörte; es hätte je-