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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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geschlagen. Sie liebte das Geld so wenig, daß sie al-les, was sie von Zeit zu Zeit von ihrem Vater erhielt,den Armen gab. Es war immer, als ob sie das edleMetall nicht zeitig genug los werden könnte. Sobaldsie ein Thäierchen in der Tasche hatte, wartete sie nichtab, daß sie um ein Almosen gebeten wurde, sondernvertheilte ihren kleinen Reichthum von selbst unter diehülfsbedürftigsten Einwohner des Dorfes, das zum Edel-hofe gehörte.

Ihr Vater wußte lange von dieser Unart kein Wort.Er hatki» ihr nachgerechnet, wie viel sic seit einigen Jah-ren gesammelt haben konnte, und wollte sich eines Ta-ges die Augenweide verschaffen, ihren Schatz auf einemHaufen zu sehen. Aber die Verschwenderin konnte kei-nen Groschen aufzeigen. O Himmel, was tobte derMann! Und als ihm überdies! ein Blaustrumpf zuflü-sterte, daß seine Tochter bisweilen Speisen aus der Küchezu kranken Leuten verschleppe, da war vollends keinAuskommen mit ihm.Du wirfst Hab und Gut undDich selbst weg!" rief er, mit einem Zusatz der nieder-trächtigsten Schimpfwörter.Du verdirbst mir die Un-terthanen obendrein, denn das Bauerngcsindel thut nichtgut, wenn ihm zu wohl ist und man sich gemein mitihm macht."

So schalt er in einem Athem fort und war kaumzu besänftige!). Die unbefugte Almosenierin erhielt nunlange kein Geschenk. Cr rückte zwar nach und nachwieder mit etwas heraus; es war aber blos Schau-gcld, denn er zeigte es Amalien nur, und schob esdann mit eigener Hand in den engen Mund einer ver-schlossenen Sparbüchse, die er in seiner Verwahrung be-hielt und auch so selten bereicherte, daß die Spinnen