hervor und fragte ihn mit derselben Stimme, die ebenso fürchterlich getobt hatte, wer er sey und was erwolle.
„Mein Name ist Lilienfeld," antwortete Honig, „ichbin Schauspieler und suche ein Engagement."
„Kommen Sie morgen wieder!" schnaubte der Direk-tor: „Ich bin jetzt in einer Stimmung, daß ich dasganze Schanspielwesen in die Hölle verwünschen möchte.Mir ist ein Streich begegnet — ei» ganz verzweifelterStreich! Das Stück soll anfangen — bas Haus istvoll — und ich bekomme die Hiobspost, daß mir derSchurke, der Ritter Tamborino, mit dem voraus bezahl-ten Gehalt eines Monats durch die Lappen gegangen ist."
„Jst's möglich!" rief Lilienfeld. „Wie Schade, daßich nicht einige Stunden früher kam! Ich konnte Ih-nen aus der Noth helfen."
„Wie so? Kennen Sie den Ritter mit der langenRase?"
„Ich habe die Ehre. Tamborino ist sogar eine mei-ner Lievlingsrollen."
„Goloner Mann!" rief der Direktor, und erdrückteihn beinahe in einer Umarmung. „Retten Sie michaus meinen Aengsten! Spielen Sie oen Tamborino!"
„Morgen mit dem größten Vergnügen."
„Ei, was morgen! Heute, heute! Diesen Augenblick!"
„Unmöglich! Ich bin sieben Meilen zu Fuß gegan-gen — habe seit zwölf Stunden keinen Bstsen geges-sen —"
„Dafür ist Rath, ich füttre Sie während des Anklei-dens wie ein Vogel seine Jungen, bis Sie genug ha-ben. Kommen Sie! Helm und Harnisch liege» be-reit — Sie treten erst im zweiten Akte auf — wir