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Er hatte sich nicht geirrt und war schon mit der Plün-derung des Kastens beschäftiget, als Henriette wieder zusich selbst kam.
Sie brach in Verwünschungen aus; er antwortete ihraber nicht, sondern fuhr ungestört fort, seine Taschenmit Louisd'or-Rollen zu füllen. Was da nicht hineinging, stopfte er in einen Geldsack, der ihm bequem zurHand lag, und griff, als er reine Arbeit gemacht hatte,nach seinem Hute. „Es steht nun bei Ihnen," spracher, „ob sie mir folgen wollen oder nicht. Ich liebe Sie— aber hier wird man Sie Haffen. Doch thun Sie,was Ihnen gefällt. Nur rath' ich Ihnen im Fall IhresHierbleibens, meine That wenigstens vier und zwanzigStunden z» verbergen; denn wenn ich ergriffen werde,bin ich Ihr Ankläger und wälze alle Schuld auf Sie." —
Henriette rang in der höchsten Verzweiflung die Hände,warf sich vor ihm nieder, umklammerte seine Knie undbat ihn mit den herzangreifendsten Worten, sic nichtunglücklich zu machen. Umsonst! Er riß sich los undflog die Treppe hinab.
Sie war dem Wahnsinn nahe, raufte sich, an derThürschwelle liegend, die Haare aus den, Kopfe, sprangdann plötzlich auf, stürzte dem Verruchten nach, ereilteihn vor dem Schlosse und bot alles auf, was ein mensch-lisches Gemüth rühren kann, um ihn zur Rückkehr zubewegen, aber er schleuderte sie mit Gewalt von sichund floh.
Cs war schon Nacht. Die Unglückliche stürzte, anallen Kräften erschöpft, auf die Landstraße hin, und warnicht vermögend, sich wieder aufzurichten. Der Böse-wicht stand in einiger Entfernung still und horchte, obsie nach dem Schlosse zurückgehe. Sie regte sich nicht.