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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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sie bei allen Göttern, sich über kleinliche Bedenklichkeitenhinwegzusetzen und auf ewig die Seinige zu werden.Sie brach in Tkränen aus und gestand ihm, daß sieihn liebe, mehr liebe als ihren Gatten, mehr als alleMänner in der Wett; doch da es auf keine erlaubteWeise möglich scp, sich mit ihm zu verbinden, so solleer sie nicht quälen und keine» weitern Versuch machen,ihr schon gebrandmarktes Gewissen noch mehr zu ver-wunde». Er ließ nicht nach, bestürmte sie immer hef-tiger mit den stärksten pathetischen Ausdrücken, die ihmaus seinen Rollen einsielcn, drohte mit Selbstmord, undrannte schon vorläufig mit dem Kopfe gegen die Wände.Sie war außer sich, doch blieb sie standhaft.

Da er sah, daß diese Raserei nichts half, ergriff erein teuflisches Mittel. Er zog seine Uhr aus der Tascheund sagte mit einem kalten, spitzen Tone, wie ihn beieiner solchen Gelegenheit nur ein Hauptbösewicht an-uehmen kann:Madame, ich geh' ihnen noch fünf Mi-nuten Zeit zu der Wahl, ob sie mir das Gold des Gra-sen überliefern, oder als eine überwiesene Ehebrecherinvor den Augen ihres Mannes stehe» wollen. Ich ruf'ihn auf' der Stelle, sag' Ihnen in seiner GegenwartIhre Vergehungen ins' Gesicht, und eh' er sich von sei-nem Staunen erholt, verschwinde ich aus dem Schlosseund Sie sebn mich nie wieder."

Das bedrängte Weib schauderte vor Entsetzen, undsank, wie von einem Donnerschlage niedergescbmettcrt,todtcnbleich und besinnungslos zu Boden. Auf diesenZufall hatte der Schurke nicht gerechnet; doch benutzteer ihn schnell und sprengte mit einem Brecheisen, daser bei sich führte, ein Schreibepult auf, in welchem erden Schlüssel des eisernen Geldkastens zu finden hoffte-