gcnuß, sondern hauptsächlich die Erbeutung einer Geld-summe zum Ziel, die sich in der Verwahrung des Hvf-richkers befand und dem Grafen gehörte.
Henriette verriet!) zufälliger Weise das Daseyn diesesSchatzes, der ungefähr sechstausend Thalcr in Goldebetrug. Bei dieser Nachricht ergriff ihren Kunstfreundeine brennende Begierde, auf einmal reich zu werden.Er hätte gern — da ihm bei seinen Zwecken jedes Mit-tel gleichgültig war — den kürzesten Weg gewählt, undsich geradezu in der nächsten Nacht durch ein tüchtigesBrecheisen in den erwünschten Besitz gesetzt; allein dasließ sich wegen vieler örtlichen Umstände nicht thun.Deshalb entschloß er sieb, statt Eines Verbrechens zweizu begehen und Henrietten zu seiner Mitschuldigen zumachen. Er lockte durch unverdächtige Fragen von ihrheraus, daß die Geldsumme erst »ach acht Tagen zu ei-ner bestimmten Bestimmung abgelieferl werden würde,und nun verlor er keine Minute, das thörichte Weib,das jetzt mit der Puppe der Empfindelci wieder spielte,immer mehr zu bestricken und durch arglistige Verfüh-rungskünste an sich zu fesseln. Nach siebe» zweckmäßigbenutzte» Tagen schien ihm die furchtbare Kette, durchdie ein geheimer Verbrecher an seinen Mitschuldigen un-auflöslich geschmiedet wird, vollendet und fest genug.Er machte nun Henrietten eines Abends, da eben keinSchauspiel war, deu empörenden Antrag, mit ihm indie weile Welt zu entfliehen und das Gold des Grasenals Reisegeld mikzunehmen.
Sie stand eine» Augenblick ganz starr, fragte mit zit-ternder Stimme, ob sie recht gehört habe, und verwarfmit dem höchsten Abscheu seinen Vorschlag, als er ihnschamlos wiederholte. Er fiel auf die Knie und beschwor