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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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wie ein Rasender zu wüthen. Ec ließ es daran nichtermangeln, und alle» Zuschauern stockte der Athen, vorBewunderung und Schrecken. Selbst der Graf hieltdieses Rauschgold für echtes, edles Metall, und beehrtede» Windbeutel (der sannnt seinen Konsorten im Schlöffewohnte und sich in Gesellschaften recht artig zu beneh-men verstand) mit öfter» Einladungen zu seiner Tafel.

Hier machte die Frau Hofrichterin, die mehr als sonstJemand von ihm bezaubert war, nähere Bekanntschaftmit ihm, und es entspann sich zwischen den beiden Leu-ten ein freundschaftliches Verhältniß, bei dem unter derDecke der Kunstliebhaber« Niemand anders als Amorspielte. Henriette war dreimal schöner als die Kaffec-wirthin, um welcher willen Amarant ein smals eine TrachtSchläge bekam; sie gefiel ihm also auch dreimal besser,und er irrig um so weniger Bedenken, sein Glück beiihr zu versuchen, da er's dem sanftmüthigen Hofrichtcran den Augen ansah, daß er auch im schlimmsten Fallekein solcher Schlagebold seyn würde, wie der brutaleKaffeeschcnk.

Honig saß den größten Theil des Tages, von Aktenumschanzt, in der Gcrichtsstube, und wußte kein Wortdavon, baß seine Frau indessen in ihrem Zimmer ge-heime Besuche von dem lockern Burschen annahm. DieseZusammenkünfte waren Anfangs unschuldig und beschränk-ten sich blos auf Declamationsübungen. Nur allmäh-lig wagte der schlaue Verführer zwischen den Scene»,die er aus Schauspielen vortrug, ein Intermezzo verlieb-ter Tändeleien, die von Henriette nicht so ernstlich zu-rllckgewiescn wurden, als nach den Gesetzen der ehelichenKeuschheit hätte geschehen sollen. Er ging nun raschweiter, und setzte sich nicht blos einen flüchtigen Liebes-