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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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zuweile» als Bedienter sogar einen Stuhl, oder übergabeinen Brief. Doch mit diesen stummen Geschäfte» be-gnügte er sich nicht lange. Er bekam Lust, auf denhohen Brettern zu sprechen, und schlug sich zu einerkleinen Truppe, wo er schnell aus dem Bedientenstandezu den höchste» Würden emporstieg und mit dem Pur-purmantel der Könige und Kaiser bekleidet ward. AlsHaupt- und Staaksacicur zog er nun einige Jahre langmit verschiedenen Komödianten-Karavancn von Land zuLand, von Stadt zu Stadt, mitunter auch nur vonDorf zu Dorf, und begab sich zuletzt unter HasenzwirnsFahne.

An allen Oertchcn, wo er auftrat, staunten ihn die ehr-lichen Einwohner, denen vielleicht weder Garrick noch Jff-land genug gethan hätten, als einen Phönix der Schau-spielkunst an; denn er zersägte, wie Shakespeare sagt,mit seinen Armen die Luft und ließ seine Stimme sofürchterlich donnern, als ob er Mauern damit Umstür-zen und Todte erwecken wollte. Das machte allgemeineinen unbeschreiblichen Eindruck. Mancher verständigeMann, der hinter seinem Ofen ein wenig hervorgekom-men war und bessere Künstler gesehen hatte, schütteltezwar über das nngeberdige Wesen des Theaterkönigs denKopf; er lief aber mit seiner Kritik übel an, fand denheftigsten Widerspruch und ward für einen geschmacklo-sen Sonderling gehalten. Vorzüglich nahmen die Frauen-zimmer den Wundermann dessen Gestalt freilich ohneallen Tadel war in ihren Schutz, und er brachte esan jeden, tragischen Polterabend dahin, daß sich man-ches Mädchen sehnte, seine Braut zu sepii.

Hasenzwirn eröffnete die Bühne in Elscnhain mit ei-nem Trauerspiele, worin Amarant ein weites Feld hatte.