Druckschrift 
11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
279
Einzelbild herunterladen
 

27S

gebrochen hatte. Er blieb zum Gluck unbeschädiget undritt sacht nach Hause, that aber, weil er das herzloseGelächter gehört hatte, einen heiligen Schwur, in sei-nem Leben keiner Theatergöttin wieder zu huldigen.

Der Matador der Gesellschaft, der die Liebhaber- undHeldenrollen spielte, nahm durch seinen vortrefflichenWuchs und seine blühende Gesichtsbildung sehr für sichein; er war aber ein unsittlicher Abenteurer, der sichschon, ungeachtet er kaum fünf und zwanzig Jahre altseyn mochte, in vielen Fächern versucht hatte. Der Him-mel mag seinen eigentlichen Geschlechtsname» wissen: er-nannte sich jetzt Amarant. Sein Lebenslauf wie erihn ohne Scheu selbst erzählte war in nun« folgen-der: Er ward als Student wegen unaufhörlicher Rau-fereien von der Universität verwiesen, ließ sich als ge-meiner Husar anwerbcn, deserkirte mit Sattel und Zeug,yiarf sich in einem fernen Lande zum Schriftsteller auf,schrieb elende Flugblättchen und noch elendere Necen-sionen, erwarb sich aber mit dielen Sudeleien, wie bil-lig, kaum trockenes Brod, und sank plötzlich wieder zumAufwärter in einem Kaffeehause herab. Hier bedienteer die Frau Wirthin ein junges, artiges Weibchen fleißiger als die Gäste, und ward deshalb von sei-nem Herrn, der in diesem Fache keinen Gehülfen brauchte,bei Nacht und Nebel aus dem Hause kallascht. EinSchauspieler bei einem Hofthcater nahm ihn als Be-dienter an, verhalf ihn, aber bald, um sich des lieder-lichen Burschen wieder zu entledigen, zum Aemtchcn ei-nes Rollenjchreibers und Lampenputzers. So sah er täg-lich Schauspiele, schwang sich zum Statisten auf und setzte