Hasenzwirn bedachte sich keinen Augenblick, den er-haltenen Ruf anzunehmen. Er kennte ohnehin in Klatsch-feld nicht länger bestehen ; denn der ganze hochedle Rathund fast alle Honoratioren sahen seinen Spielen alsFreisaßen zu, und die steuerbaren Theaterfreunde hat-ten sich bald ausgebentelt. Daher waren am Ende im-mer nur die vorder» Frciherrcnstiihle tüchtig besetzt, aberdie hintern Zahlbänke standen leer. Hiermit war frei-lich das alte Rathhaus sehr wohl zufrieden, doch derSchauspieldircktor nicht. Er rüstete sich also (ungeachtetsich der Stadtschreiber die größte Mühe gab, ihn zu einemlänger» Aufenthalt zu bereden) sobald als möglich zurAbreise.
Die Gesellschaft kam in einer Kutsche und zwei offe-nen Rollwagen in Elsenhain an. Neben jener, die dasDirektorium enthielt, ritt der leidtragende Stadtschrei-ber, um der Madame Hasen zwirn durch seine Gelcit-schaft die letzte Ehre zu erweisen. Sein Fleischerganllegte sogar Detrübniß an den Tag, und senkte den Kopfwie ein Trauerpferd, das schwarz behängen hinter einervornehmen Leiche geführt wird.
Als der seufzende Ritter am Schloßthore mit Thrä-nen Abschied genommen hatte, warf er plötzlich seinenKlepper herum und prügelte ihn mit beide» Sporen,um in gestrecktem Galopp, wie cs einem verzweiflungs-vollen Liebhaber eignet und gebührt, hinwegzujagen.Aber der alte Schimmel ließ sich lange vergebens bear-beiten, und als er sich endlich zu einigen steifen Bocks-sprüngen entschloß, siel er über seine eigenen Beine undstürzte sammt seinem Reiter in den Koth. MadameHascnzwirn war so ungezogen, über diesen Unfall lautaufzulachen und sich schnei! zu entfernen, che sie nochwußte, ob ihr Freund den Hals oder nur die Beine