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gewesen war. Des Grafen Küche und Keller, die beideweit umher im besien Ruf standen, lockten zwar auchsonst fast täglich Gäste herbei; doch fanden sich biswei-len, wenn die Witterung nicht günstig war, nur wenigeein, und dann und wann ließ man ihn sogar alleinspeisen. Aber seitdem Henriette vorlegte, verfehlten we-nigstens die jungen Kavallerieofsiziers aus den benach-barten Garnisonen nicht, sich Mittags einzustellen, wenncs auch Steine geregnet hätte. Doch damals unter-standen sich's die Gassenjungen im Monde noch nicht,uns Erdenbürger — der Himmel mag wissen warum —so ungezogen zu bombardiren, wie sie es, nach Zeitungs-berichten, ungefähr erst seit Jahresfrist anfangen. DieHerren Kornetts setzten sich also zuweilen, der schönenHenriette zu Gefallen, blos einem gewöhnlichen Wolken-bade aus, und sonnten sich bald wieder trocken am Strahlihrer Augen. Dabei blieb es aber auch, und mußtedabei bleibe» ; de»» der Graf ließ in seinem Hause keineLiebschaft aufkommen, und erklärte sich bisweilen, wie-wohl unter der Hülle des Scherzes, so nachdrücklich da-gegen, daß jedem, der sich an seiner Tafel wohl befandund sein Couvert nicht verlieren wollte, die Lust ver-ging, einen zärtlichen Roma» unter seinen Augen anzu-zetteln.
Das Schauspielhaus in Clsenhain stand, als Henriettedort ankam, schon einige Jahre wüst und leer. DerGraf war der wandernden Truppen, die ihm durch ihrstümperhaftes Spiel nur Eckel und lange Weile verur-sachten, überdrüssig geworden. Auch die Vorstellungender Kunstliebhaber hatten seit langer Zeit ausgehört, weiles an Actricen gebrach. Einige junge Offiziers schlugen
LUwgbein's sämiml. Schr. XV. Bd. 18