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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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stand, mit unerbittlichem Ernst dagegen. Nun hofftesie, daß ihr Thalieus Lorbeerkranz in Elsenhain aufge-hoben sey. Auch die Gastfreiheit des Grafen eröffnet«:ihr erfreuliche Aussichten. Sie machte schon Jagd aufdie empfindsamen Herzen seiner Tafelfrennde und ver-sprach sich eine Legion Anbeter. In der Stadt, wo cseinen großen Zusammenstoß von jnngen Schönen gab,war sie bisher noch nicht so bemerkt worden, als siez»verdienen glaubte; auf dem Lande hingegen durfte sieauf einen reichlicher» Herzensfang rechnen, weil dortder Mangel a» Atzung die verliebten Vögel kirrer zumachen pflegt.

Bo» diesen angenehmen Vorstellungen erfüllt, kamsie mit dem heitersten Gesichte nach Hause, und erfreuteihren bekümmerten Mann durch die Erklärung, daß sienun entschlossen sey, mit ihm die Stadt zu verlassen.Acht Tage darauf reifete» sie nach Elsenhain ab.

Ich achte mich" sagte der Graf bei ihrer An-kunftmeinem Freunde, dem Präsidenten, doppeltverbunden, daß er michnicht nur mir einem wacker»Geschäftsmann, sondern auch mit einer angenehmen Ge-sellschafterin versorgt hat." Wie lieblich klang diesesKompliment Henrietten! Etwas so Schönes hatte ihrnoch kein Graf gesagt. Die Stadt war nun im Augen-blicke vergessen.

Der Graf, ein alter Hagestolz, war eben kein Freunddes weiblichen Geschlechts; aber die gewandte Schmeich-lerin wußte sich seinen Launen und Eigenheiten so an-zuschmiegen , daß er sie bald wie seine Tochter liebte.Sie machte die Wirthin an seiner Tafel, und war ineinsamen Stunden seine Vorleserin.

Elsenhaiu ward durch sie so belebt, als es »och nie