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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Seite
271
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in Elsenhain zn werden, nnd ich mnß es halten. Ichwollte lieber in den Tod gehen, als es wieder zurück-nehmen. Er würde mich so gräßlich anschnauben, daßmich ans der Stelle der Schlag rührte."

Dn fürchtest Dich aber auch vor ihm, als ob er derallmächlige Gott wäre!" rief Henriette mit einem ver-ächtlichen Blick, nnd eilte ohne Abschied fort zn ihremVater, um Diesem ihr Leid zn klage».

Hier fand sie aber keine Hülfe. Er schalt sie eineThöri», daß sie eine so ansehnliche Verbesserung ihrerUmstände als ein Unglück betrachte. Doch gab er ihranch den Trost, daß sie in Elsenhain keine lange Weilehaben werde.Der Graf Tarnan," sprach er, lebt wieein Fürck. Er gibt täglich den benachbarten Evelleutennnd Offizieren, die Ein Mal für immer eingeladen sind,offene Tafel, unterhält eine eigene musikalische Capelle,hat sogar ei» Theater, und nimmt von Zeit zn Zeitherumziehende Schauspielertruppen in Sold. Biswei-len spielt er auch selbst mit seinen Freunden darauf.Uebrigens ist er ein großherziger Mann ohne Stolz, undgebt mit seinen Beamten und Officianten, die sich an-ständig zu betragen wissen, wie mit seines Gleichen um.Wenigstens ist mir bekannt, daß er seinen vorige» Hof-richter und dessen Frau zu allen Gesellschaften gezo-gen hat."

Henriette ward, als der Papa so tröstlich sprach,wieder wohlgemnth. Das lachende Bild der gräfliche»Haushaltung gefiel ihr ungemein. Besonders zog dasTheater wie ein Magnet sie an. Sie traute sich selbsteiniges Talent für die Schauspielkunst zu, nnd wünschteschon längst, eine Privakbühne zu betreten; ihr Vatersetzte sich aber, so lange sie noch unter seiner Gewalt