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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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uachlässigunzcn seiner unsorgsamen Tochter verursach-ten, zu bestleiten. Halbe Nächte lang liebelte und ko-sete sie mit dem Monde; aber nach dem Anblick derSonne trug sie so wenig Verlangen, daß sie oft bis ande» Mittag schlief, und indessen eine ungetreue Köchinauf den Markt gehen und sich Schwänze!- und Korb-pfennige machen ließ.

Außerdem vergeudete das eitle Mädchen große Sum-men für unnützen Modetand, der immer bald wiederaus Ueberdruß in die Plundcrkammer geworfen unddurch neuen ersetzt ward. Kurz, Henriette war in je-der Rücksicht eine schlimme Haushälterin und übcrdießein sehr leichtsinniges Wesen. Ihre Empsindelci undSchwcrmüthelei, ihre zärtliche Liebschaft mit dem Mondeund andere dergleichen Schwärmereien waren nichts alstäuschende Schminken, die sie zu jener Zeit, da der nunvergessene Sieg wart noch hoch am Brcte und Em-pfindsamkeit das Losungswort der feine» junge» Weltin Deutschland war, zu gefallen strebte.

Sie hatte sich nicht verrechnet, denn sie kam wirklichblos dadurch unter die Haube, daß der gutherzige Ho-nig in frommer Einfalt glaubte, die Verbindung miteiner so gefühlvollen Seele müsse das verlorne Paradiesauf Erden ersetzen.

Die Flitterwochen, in welchen gewöhnlich der Him-mel voll Geigen hängt und Henriette noch nicht Gele-genheit hakte, ihre Wirthfchaftskunst völlig zu entwi-ckeln, bestätigten ihn in diesem Wahn. Sie war dasgefälligste Weibchen und er der glücklichste Ehemann un-ter der Sonne, oder vielmehr, da von einem so empfind-samen Paare die Rede ist, unter dem Monde.

Als sie eines Abends ihren Vater besucht hatte und