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sie nahmen dergleichen milde Spenden mit Freuden an.Bei dem allen fehlte es ihnen nicht an Stolz auf ihreGeburt, und sie brachten ihm manches Opfer. Dahingehörte zum Beispiel der Aufwand, den ihnen zwei ei-gene Pferde machten. „Wir brauchen die Mahren nicht;"sagte die gnädige Frau: „sie sind uns zur Last undfressen uns fast auf; aber unser Stand erfordert es,sie zu halten." —
Hätten sich die armen Gaule einen Herrn wählenkönnen, so würden sie gewiß lieber einem Bauer, alssolchen Standespersonen gedient haben, denn ihr Fut-ter ward ihnen aus dem Haferkasten, der im herrschaft-lichen Wohnzimmer stand, nur zur höchsten Lebensnoth-durft zugemessen und des Nachts kein Hälmche» Strohuntergestreut. Sie mußten den ganzen Winter, dereben damals ungewöhnlich hart war, in einem kalten,luftigen Stalle auf nackte» Bohlen liegen.
Ihnen drohte noch ein anderes Unglück. Frau vonKarg hörte, daß die Roßhaare im Preise stiegen, undkam schnell auf den Gedanken, ihren Pferde» die Schweifeso kurz als möglich stutzen zu lassen und sie zu versil-bern. Die Ausführung dieser Speculation mußte jedochSchwierigkeiten gefunden haben, denn sie unterblieb.
Der Kargische Hofstaat bestand aus einem Kutscherund einem Bedienten; beide aber hatten nur Einen ge-meinschaftlichen Rock. Dieser Oekonomie kann man ei-nen guten Nebenvortheil nicht abspreche». Manche Herr-schaft wird von ihren Bedienten, die bisweilen alle zu-gleich ihren eigenen Geschäften und Vergnügungen nach-gehcn, versäumt und im Stiche gelassen; diese Vernach-läßigung hatte jedoch das Kargische Ehepaar nie zubefürchten. Seine Domestiken mußten es fein bleiben