chen Vernehmen, und Feldheim war einfällig genug,seiner ränkevvllen Gemahlin alle seine Heimlichkeitenund Veruntreuungen zu entdecken und sich dabei überdie Blindheit des Fürsten sehr lustig zu machen. DieSchlaue sagte wenig dazu, merkte sich aber jedes Wort,um sich dieser unbesonnenen Geständnisse bei vorfallen-der Gelegenheit als Schutz- und Trutzwaffen zu bedienen.
Als das Herz des Fürsten einige Monate brach gele-gen hatte, blühte darin die Blume der Liebe gegen dieJtaliänerin wieder auf und er erneuerte den zärtlichen.Umgang mit ihr. Das war ihm laut des geschlossenenEheverlrages erlaubt. Der Minister durfte darübernicht mucksen, und er war auch so stumm wie ein Fisch.
Aber seine Gemahlin begnügte sich nicht an dieserRebenliebschaft, sondern muthete ihm zu, sein Ehebett,das nur für drei Personen eingerichtet war, noch miteinigen andern Herren zu theilen. Diese Mitgenoffenwollte er nicht dulden. Darüber entstand ein häuslicherKrieg, der von Tag zu Tag mit steigender Erbitterunggeführt ward. Sie warf ihm mit den schnödesten Wor-ten seine Herkunft vor, und setzte gegen ihn sogar inGesellschaften alle Achtung so ganz aus den Augen, daßsie ihn oft, indem er dabei war, in ihrer Mutterspra-che, wovon er kein Wort verstand, einen Dummkopfund Bankart schimpfte.
Einst überraschte er sie in den Armen eines Neben-buhlers. Darüber gerieth er in Harnisch, verfolgte denfliehenden Liebhaber mit blankem Degen und versetzteihr, als sie ihn davon abhalten wollte, einen Schlagins Gesicht. Ein Dolchstoß, der ihn zum Glück ver-fehlte, war ihre Antwort. Sie jagte ihn wie eine Furie,mit dem Mordstahl in der Hand, aus einem Zimmer