Sechszehntes Kapitel,
Acht oder zehn Jahre trieb er sein Unwesen ganzstraflos. Dann aber bereitete die Göttin der Racheund Vergeltung auch ihm eine Geißel.
Der Fürst unterhielt seit geraumer Zeit eine feurigeJtaliänerin. Er ward ihrer nach und nach überdrüßigund wollte sich von ihr trennen. Die Watsche war aberein schöner Teufel, der sich nicht sogleich bannen ließ.Anfangs, als der Fürst mit ihr bekannt ward, betrugsie sich wie eine vestalische Jungfrau. Er bot vergebensalle Schatze, die er besaß, für ihre Gunst. Sie ergabsich nicht eher, als bis er ihr schriftlich versprach, siemit der Zeit zu seiner rechtmäßigen Gemahlin zu er-heben.
Diese Uebereilung bereute er nun, und hätte seineBraut gern mit den höchsten Aufopferungen abgefun-den; aber sie, eine geborne Gräfin aus einem verarm-ten Hause, bestand darauf, den Thron mit ihm zu thei-len. Nach langwierigen Unterhandlungen ließ sie sichendlich gefallen, eine Stufe niedriger zu stehen und mitder Hand des Ministers Feldheim zufrieden zu seyn,der sich aus Eigennutz und Eitelkeit seinem gnädigstenHerrn zum Stellvertreter angetragen hatte. Er liebtedie Gräfin nicht, und sie verachtete ihn. Doch — siewurden ein Paar.
Anfangs standen sie mit einander in einem erträgst-