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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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ins andere. Er flüchtete, seines Lebens nicht sicher, ausdem Hause.

Jetzt erbrach sie einen Schreibeschrank und bemäch-tigte sich seiner geheimsten Papiere, die ihn als einentreulosen Staatsdiener und Hochverräther ins Licht stell-ten. Mit diesen Urkunden flog sie nach Hofe und setztedurch Vorzeigung derselben den Fürsten in Erstaunenund Wuth. Er beschloß auf der Stelle, den Ministerin Verhaft nehmen zu lassen.

Das geschah. Cr ward auf eine Festung gebracht,und es entstand gegen ihn ein weitläuftiger Kriminal-prozeß, der sich mit der Confiscation seines sämmtlichenVermögens und der Verurtheilung zu zehnjähriger Ge-fangenschaft endigte.

Als er wieder in Freiheit kam, war er (weil auchdie Güter seines, während der Untersuchung verstorbe-nen Vaters eingezogen wurden) so bettelarm, daß ersich jetzt in einer der größten Städte Deutschlands vomLohnschreiben ernähren muß. Dennoch hat ihn seinStolz nicht verlassen. Cr geht noch oft, wie man sagt,in einem mit Gold gestickten und einem Ordenssternegezierten Kleide, das er aus dem Schiffbruch seiner Ho-heit und Herrlichkeit gerettet hat, in Gegenden derStadt, wo man ihn nicht als Lohnschreiber kennt, spa-zieren, und dankt außerordentlich gnädig, wenn ihmeine gutwillige Schildwache die Freude macht, das Ge-wehr vor ihm zu präsentiren.

Pauline hatte ihre reiche Tante beerbt, und lebt alsGattin eines redlichen Landpredigers in einem glückli-chen und zufriedenen Wohlstände.