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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
234
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Fünfzehntes Kapitel.

Seine Aemter blieben einige Wochen unbesetzt; dannerhielt sie Feldhcim ohne Ausnahme. Der deutscheSchreiber, der durchaus nichts verstand, als ein Biß-chen Bnchstabenmalerei, würde als Minister die kläg-lichste Figur gespielt haben, wenn ihm nicht sein Vor-fahr einen geschickten Sekretär hinterlassen hätte, derseine rechte Hand gewesen war und nun auch in öffent-lichen Geschäften das Factotuin seines Nachfolgers ward.

Sonnenstein trat weder mit Beifall, noch mit Bedau-ren von der Bühne; aber der neue Staatsacteur be-gann seine Rolle so schlimm, daß man bald jenen zu-rückwünschte, der zwar Niemand glücklich, aber auchNiemand unglücklich gemacht hatte. Feldheim hinge-gen brachte gleich in den ersten Tagen seiner Mini-sterschaft einige wackere Männer blos darum vomBrodc, weil er einen alten Privatgroll gegen sie hegte.

Andere Geschäftsmänner, die ihm nicht knechtischeEhrerbietung erwiesen, suchte er dadurch zu dcmüthi-gen, daß er ihnen unerträgliche Bürden zweckloser Ar-beite» auflud, die des dabei verschwendeten Papiersnicht werth waren. Ueberhaupt begegnete er Jedem,der sich in Dienstverhältnissen vor ihm beuge» mußte,mit empörendem Uebermnth, und schimpfte besondersdie Subalternen in seiner Kanzlei oft ohne Grund wie