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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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nem eigenen Sohne eine Schlange im Busen erzogenhatte. Der Kriegspräsident nahm einen barschen Tongegen ihn an, widersprach ihm bei jeder Gelegenheit,leistete seinen Anordnungen in Geschäftssachen keinenGehorsam, machte alles nach seinem eigenen Kopfe undberief sich auf mündliche Befehle des Fürsten. Dieserbehandelte vollends den Minister mit drückendem Stolzund ließ es ihn empfindlich fühlen, daß er seiner losseyn wollte. Sogar die Herren im Vorzimmer <die ge-wöhnlich wie die hölzernen Männchen im Barometerjede Veränderung der Hofluft richtig «»zeige») bücktensich minder tief als sonst vor ihm. So folgte eineKränkung der andern. Dieß ertrug Sonnenstein nichtlänger als drei Tage. Dann kam er durch ein freiwil-liges Entlassungsgesuch seiner Verabschiedung zuvor, diezwischen seinem Sohne und dem Fürsten schon abgekar-tet war und des nächsten Tages erfolgen sollte.

Feldheim stellte sich, als ob ihn die Abdankung sei-nes Vaters sehr schmerze.Heuchle nicht, mein Sohn!"sprach der Epminister:Ich sah Dir's seit dem letztenAtheinzuge des verstorbenen Fürsten an den Augen an,daß ich Dir im Wege stand. Wohlan, ich mache DirPlatz! Sey kein schlimmerer Minister, als ich's war,und handle wenigstens gegen Jedermann so ehrlich, wieich in den letzten Jahren gegen Dich gehandelt habe!Vielleicht glückt es Dir besser als mir, ein dankbaresGemüth zu finden."

Nach dieser Herzensentladung verließ Sonnenstein so-gleich die Residenzstadt und begab sich auf's Land.