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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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ein betrunkener Bootsknecht. Wegen eines mißrathe-nen Federzugs denn darüber krittelte der geweseneAdvokatenschreiber unaufhörlich stürzten ihm ganzeHeerden von Ochsen und Eseln aus dem Munde!

In seinem Hause herrschte die ausschweifendste Uep-pigkeit und Pracht, und er suchte sie durch rastlose Er-findungen »euer Auflagen, wodurch er die Unterthanenganz aussaugte, immer höher zu treiben. Das wardihm nicht schwer, da ihn der Fürst, den alle ernste Ge-schäfte anekelten, nach Willkür schalten ließ und ohneBedenken jedes Papier unterschrieb, das ihm der Mini-ster vorlegte. Dieser konnte also mit der größten Ge-mächlichkeit rauben und tyrannischen, und er that bei-des. Wer Geld hatte, ward geschröpft; wer ihm ver-haßt war, verfolgt und gedrückt. Sein Herz blieb beimAnblick des höchsten Elends so hart und kalt, wie einAmbos. Armuth und Niedrigkeit trat er mit Hohnunter die Füße. Nur Rang und Reichthum fandenSchutz und Hülfe bei ihm, und Gewalt ging immervor Recht.

Es ließen sich hundert schändliche Geschichten von ihmerzählen; doch was nützte diese Umständlichkeit? Manhört im täglichen Leben von Menschenplackerei so viel,daß man dieses Kapitel in Büchern gern überschlägt.Wir wollen daher unfern Winkeldespoten so schnell alsmöglich bei Seite schaffen. Er bewährte durchaus dasderbe Sprichwort, das einen geadelten Bauer undüberhaupt jeden mächtig gewordenen Glückspilz miteinem Scheermesser vergleicht; wie er denn auch über-haupt in seiner ganzen Laufbahn vom Unteroffizier biszum Staatsminister und Generalfeldmarschall die alteErfahrung bestätigte: daß sich dergleichen Emporkömm-