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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
232
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Vierzehntes Kapitel.

Feldheim lachte mit knirschenden Zähnen über diesenBrief, und Pauline blieb dann vergessen. Er blieb,des verunglückten Abenteuers ungeachtet, der Herzens-freund des Prinzen, den ein Jahr nachher der Tod sei-nes Vaters zum regierenden Herrn machte.

Wer war vergnügter als Feldheim! Er konnte nundarauf rechnen, alle feine ehrgeizigen Wünsche befriedigtzu sehen. Oer junge Fürst machte auch schon in derersten Stunde seiner Regierung einen trefflichen Anfangdazu, indem er seinen Freund (der nur erst wenigeWochen zuvor Stabskapitän geworden war) auf derStelle zum Oberstlieutenant und Präsidenten des Kriegs-eollegiums ernannte. Wer an den regelmäßigen Gangder Beförderungen in großen, wohlgeordneten Staatengewöhnt ist, wird freilich diesen Luftsprung nicht wahr-scheinlich finden; dergleichen jähe Standeserhöhungenfind aber in Ländchen, die man von einem Ende zum an-dern in einem halben Tage durchreisen kann, nicht ebenselten. Da geben oft die Favoriten dem staunendenVolke das Schauspiel einer Rakete: sie steigen plötzlichempor, machen oben ein Weilchen ein glänzendes Ge-räusch und fallen schnell wieder herab.

Einen solchen Sturz befürchtete Sonnenstein. Derneue Regent war ihm als Erbprinz nicht gewogen, undüberdieß sah der Minister offenbar, daß er sich an sei-