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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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fuhr er durch das Schelten der Tante, die sich biswei-len in seiner Gegenwart darüber ereiferte. Jetzt warihm die Erinnerung dieses kleinen Umstandes so liebwie Gold. Cr fand ihn sehr bequem zu seinem Vor-haben , Paulinen dem Prinzen in die Arme zu liefern.In dieser Absicht schlich er eines Abends ins Haus,traf den Schlüssel im Schlosse, zog ihn leise ab undmachte sich mit seiner Beute wieder im Stillen davon.

Der Schlüssel ward bald vermißt. Die Tante schmältetapfer; doch weder sie noch Pauline fielen auf den Ge-danken, daß er gestohlen sey» könnte. Man hielt ihnfür verlegt, und ließ am folgenden Tage einen andernfertigen, ohne mit dem Schlosse leibst eine Aenderungvorzunehmen.

Feldhcim der, mit der Sparsamkeit der Tante be-kannt, richtig darauf gerechnet hatte, daß sie diese ge-wöhnliche Vorsicht unterlassen werde führte nun inder dritten oder vierten Nacht nach der Entwendungdes Schlüssels den Prinzen heimlich ins Hans. Sieverbargen sich im Hofe, bis alles still ward und alleLichter verloschen. Auch in dem Schlafzimmer, dessenFenster sie vorzüglich beobachteten, erstarb der letzteSchimmer eines Nachtlämpchens. Jetzt krochen sie ausihrem Lauerwinkel hervor und schlichen die Treppe hinauf.Feldheim versuchte mit der Behutsamkeit eines ausge-lernten Diebes seinen Schlüssel. Er schloß richtig.

Allons, Prinz!" flüsterte der Kuppler:Sie könnennicht fehlen. Drei Schritte von hier, linker Hand, stehtdas Bett. Sie wird schreien: aber nur frisch geküßt,und ihr den Mund so gestopft! Es schläft Niemand inder Nähe, und ich stehe Wache vor der Thür."

Der Prinz schlich auf den Zehen ins Zimmer, tappte