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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
228
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Dreizehntes Kapitel

Leute seines Schlages lassen sich nicht beleidigen, ohneauf Rache zu sinnen; und je mehr sie selbst Unrecht ha-ben, desto giftiger ist ihre Bosheit. Sie Haffen undverfolgen Niemand grimmiger als den, welchen sie we-gen zugefügter Kränkungen um Verzeihung bitten sollten.

Indem Herr von Feldheim die Treppe hinab ging,war er schon entschlossen, gegen Paulinen (die ihm über-dieß seit einiger Zeit gleichgültig geworden war) irgendeinen hämischen Streich auszuführen. Hierzu trieb ihnnoch ein anderer Sporn. Der Prinz, der sie seit jenemSpaziergange einige Mal wieder von weitem gesehenhatte, war heftig in sie verliebt und bestand mit Hitzedarauf, ihre Bekanntschaft zu machen. Feldheim blicktemit den Augen des Eigennutzes und der Ehrsucht weitin die Ferne, und hielt es für räthlich, dem Throner-ben auf jede mögliche Art zu Diensten zu seyn. InGüte war hier nichts auszurichten. Er mußte List undGewalt brauchen. Ein nächtlicher Ueberfall schien daseinzige Mittel, die Wünsche seines erhabenen, Freundeszu befriedigen.

Der Ehrenmann kannte jeden Winkel und jede Ge-wohnheit im Hause der Tante, und wußte sogar, daßPauline meistens so unvorsichtig war, den Schlüssel ih-res Schlafzimmers, das nach dem Hofe hinaus ging,den Tag über im Schlosse stecken zu lassen. Dicß er-