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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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mit den Händen herum, fand das Bett und beugte sichdarüber hin- um die Schläferin mit einem Kusse zuwecken. Er traf glücklich den Mund und sing ebenbegierig an, ihn zu versiegeln, als ihm plötzlich einsprühendes Unthier ins Gesicht sprang, ihm die Backenzerkratzte, und eine rauhe, widrige Stimme:Hülfe!Hülfe!" schrie. Kurz, Ihre Durchlaucht waren an dieTante gerathen, die sich seit einigen Tagen mit ihremKater in die Hinterstube gebettet hatte, weil sie imVorderhause durch den nächtlichen Gassenlärm im Schlafegestört worden war.

Der Kuppler kannte ihre Stimme und eilte, das Ge-sicht mit dem Mantel verhüllt, ins Zimmer, um seinenFreund von ihren Nägel» zu rette». Sie sprang in-dessen aus dem Bette, riß das Fenster auf und schriein den Hof hinab:Diebe! Mörder!" Feldheim drückteden Prinzen zur Thüre hinaus. Dieser Rückzug machteder alten Dame Muth. Sie warf dem Fliehenden ihrePantoffeln und eine gewisse andere häßliche Bombe nach,die gewöhnlich in Schlafzimmern bei der Hand ist. ZumGlück zerplatzte sie, weil der Wurf zu kurz war, mitentsetzlichem Krachen an der Treppe, ohne die Ausrei-ßer zu treffen.

Das Zetergeschrei der Tante hatte den Hausknechtgeweckt. Er stand mit einer Ofengabel an der Thür,um, den Dieben, die er oben im ersten Stock vermu-thete, den Rückzug abzuschneiden. Feldheim bot ihmlachend einen guten Abend und drückte ihm ein StückGeld in die Hand.Ihr seht wohl," sprach er,daßwir weder Diebe noch Mörder sind. Die ganze Sacheist ein Spaß." Der Hausknecht, der ihn kannte,glaubte das und ließ sie entwischen.