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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
216
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Zehntes Kapitel

Der Feldmarschall ernannte seinen Sohn, sobald erihm das Portepee zugeschanzt hatte, zu seinem Adju-tanten, ließ ihn täglich an seiner Tafel speisen, räumteihm in seinem Palaste einige Zimmer ein, und behan-delte ihn überhaupt als seinen Schooßjünger. Eduardfing nun an, die glänzende Rolle zu spielen, die sichsein eitler Sinn längst gewünscht hatte. Er genoß, alsder erklärte Liebling des Premierministers und Univer-salchefs in Kriegs- und Friedenssachcn, der schmeichel-haftesten Aufnahme in allen vornehmen Häusern derResidenz. Kein Wunder, daß ihn dieß aufblähle, unddaß ihm sein tägliches Leben und Weben in den Ge-sellschaften des Adels wenig Zeit übrig ließ, das Hausdes Prokurators zu besuchen.

Dennoch fand er sich noch bisweilen im Fluge dortein und geberdete sich als der abgeschmackteste Geck.Er sauste wie eine wilde Hummel im Zimmer herum,und machte einen heillosen Lärm mit seinen klirrendenSporen, die er mit einer gewisse» Kunstfertigkeit (welcheeine fleißige Uebung voraussehte) so heftig an einanderstieß, daß sie einen Hellen, melodischen Ton von sich ga-ben, und ihm auf diese Art zu einem musikalischen In-strumente dienten, womit er den Text seiner faden Wi-tzeleien begleitete.

Daß er sich als Offizier nicht mehr damit abgab, dasjuristische Kauderwälsch des Prokurators ins Reine zu