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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Neuntes Kapitel.

Zwischen der bange» Nacht, da Eduard angeworbenward, und dem frohen Ehrentage, da er an der Seiteseines geheimen Vaters zur Tafel saß, liegt ein Raumvon achtzehn Monaten. Während dieser Zeit ging erin dem Hause des Prokurators täglich ans und ein,und erhielt den alten Murrkopf durch fleißiges Akten-schreiben in der besten Laune gegen sich. Er begehrte,seitdem er Soldat war und von dem Feldmarschall un-ter der Hand einen ansehnlichen Zuschuß erhielt, nichtden geringsten Lohn für die Arbeiten seiner Feder, undPaulinens Vater bot ihm auch keinen an, sondern führtees ihm sogar im Gegentheil oft als ei» besonderes Glückzu Gemüthe, daß er bei ihm so schöne Gelegenheit habe,sich im Schreiben zu üben. Damit hielt er die frei-willigen Frohndienste, die ihm geleistet wurden, fürüberflüssig bezahlt, und grübelte nicht weiter darüber,ob der junge Mensch vielleicht andere Bewegungsgründehaben möchte, um nichts und wieder nichts für ihn zuarbeiten. Paulinens Korbspende die sie auch gegenihre neuern Anwerber so lange fortsetzte, bis sich keinermehr an sie wagte hätte jeden andern Vater auf-merksam gemacht, und ihn veranlaßt, die jungen Leutezu beobachten; aber Sebald war, wie schon gesagt, inallen Fällen, wo es darauf ankam, die Augen derSeele zu brauchen, ein blinder Maulwurf. Desto schär-