Sohne diesen Lorbeer zuzuwenden. So erfolgte dieOrdre: „Der Korporal Feldheim soll mit fünfundzwan-zig Mann gegen die Schnciderherberge anriicken, dieRebellen zur Ergebung auffordern, und wenn Güte nichtsfruchte, Gewalt brauchen." —
Dieser hohe Befehl erregte ein allgemeines Staunenunter dem Kriegsvolke und seinen Hauptlcuten. Manfand es höchst wunderbar, daß einem Unteroffizier, undnoch dazu einem der jüngsten, eine so wichtige Unter-nehmung übertragen, und mehr Mannschaft untergebenward, als sonst Männer seines Schlages zu befehligenbekommen. Es war allerdings der achte Theil der gan-zen Armee! — Dennoch wagte man gegen den Feld-marschall keinen offenbaren, sondern blos den verlarvtenWiderspruch, daß ihm einer der vornehmsten Offiziersmit Bescheidenheit zu bedenken gab, ob wohl fünfund-zwanzig Mann hinreichend seyn möchten, eine sechsfachstärkere Rotte zu Paaren zu treiben.
„Warum nicht?" entgegnete die Excellenz: „DerbraveFeldheim, den ich mit Bedacht wegen seines bisher ge-zeigten Diensteifers durch dieses Commando ehrenvollauszeichnen will, gilt allein für zehn Mann; und sollteer ja gegen das Gesindel nichts ausrichten, so schickenwir ihm einen Offizier mit einem stärkern Corps zumSuccurs." —
Eduard setzte sich also mit seiner Schaar in Marsch,und hörte schon von weitem das Jubel- und Freiheits-geschrei der Feinde, die der Fuselflasche tüchtig zugespro-chen und neuen Muth und Begeisterung daraus geschöpfthatten. Mit erdfahlen, verzerrten Gesichtern und zotti-gen Haaren lagen sie, zehn Mann hoch über einander,in den offenen Fenstern ihrer schwarzen Höhle, und be-