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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Nehmt diesen Menschen in feste Verwahrung! Er istwahnsinnig!"

Die Soldaten umzingelte» Eduarden und wollten ihnfortführen.

Herr Feldmarschall! rief der Jüngling in einementschlossenen, drohenden Tone: Verfahren Sie nichtauf diese Weise mit mir! Ich kann Ihnen die Gesund-heit meines Verstandes durch gewisse Briefe beweisen.

Ha! wieder was Neues! Nun wird man sichdurch freche Erdichtungen und durch falsche Handschrif-ten vom Kriegsdienste loslügen wollen. Doch ichwill den Phantasten noch einmal anhörcn. Soldaten,tretet ab!"

Sonnenstein ging, indem Eduard seine Briefe aus derTasche zog, mit großen Schritten auf und nieder, öff-nete rasch die Thür eines Nebenzimmers und sagte pro-tzig:Hier herein!"

Er ging voran. Eduard folgte ihm.

Ew. Excellenz begann Dieser jetzt erinnern sichkaum wohl noch einer gewissen Marie Feldheim, einerFörsterstochter, die Sie vor einigen zwanzig Jahren ge-liebt, durch ein Eheversprechen getäuscht, zur Muttereines Sohnes gemacht und dann treulos verlassen ha-ben? Sie ist todt; aber ich ihr Sohn kanndieß alles durch gegenwärtige Briefe darkhun.

Sonncnstein riß sie ihm aus der Hand, ließ einenflüchtigen Blick darauf falle», und fragte zugleich, ohneEduarden anzusehen, in einem nachlässigen, schleppendenTone:Oie Mutter ist also gestorben?"

Schon vor anderthalb Jahren, antwortete der Jüng-ling.