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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
192
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Die verständige Pauline empfand über diese Nachrich-ten mehr Schrecken als Freude, und warnte ihn vorden unangenehmen Folgen, die er sich durch den vvr-habenden bedenklichen Schritt zuziehen könnte. Es seymehr als wahrscheinlich, sagte sie, daß er von dem stol-zen und hartherzigen Minister übel empfangen, bittergekränkt und verfolgt, allenfalls gar als ein frecher Be-trüger in einem entfernten Festnngskcrker lebendig be-graben, oder sonst durch ein gewaltsames Mittel auf dieSeite geschafft werde.

Eduard blieb gegen diese Vorstellungen die freilichein wenig zu ängstlich, doch nicht ganz ohne Grundwaren lange taub; denn es wollte ihm durchausnicht mehr behagen, sich einen magern Bissen Broddurch den Schreiberkiel zu erwerben. Er wäre für seinLeben gern sobald als möglich ein großer Herr gewor-den, und es schien ihm (weil unsere Wünsche gewöhnlichmit der Hoffnung nahe verwandt sind) eine sehr leichteSache, durch seinen mächtigen Vater ein schnelles undglänzendes Glück zu machen.

Gut!" sagte Pauline:Laß uns den kaum denk-baren Fall annehmen, daß Dich Sonnenstein väterlichbehandelt. Dich aus dem Staube emporhebt und alsseinen Sohn öffentlich anerkennt! Dann wird Dir frei-lich sehr wohl seyn; aber ich werde weinen. Dennda es Dein Vater selbst nicht für anständig hielt, einFrauenzimmer bürgerlichen Standes zu heirathen, sowird er es Dir eben so wenig erlauben."

Dieß wirkte. Doch gab es noch vorher zwischen derLiebe und dem Stolze einen kleinen innerlichen Kampf,wovon sich aber Eduard gegen Paulinen nichts merkenließ. Cs glückte ihr, dem Schein nach vollkommen seine