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Vicrtes Kapitel.
Marie übergab ihrem Sohne die wenigen Briefe, diesie von ihrem Verführer in Händen hakte. „Sieh,"sagte sie, „dieß sind die einzigen Beweise, die On dar-über anfzeigen kannst, daß Sonncnstcin dein Vater ist.Bediene Dich aber ihrer nur im höchsten Nothfalle, undenthalte Dich so lange als möglich, den grausame» Mann,der Dich seit der Stunde Deiner Geburt verläugnet hat,um Gnadenbrod zu bitten."
Sobald der Jüngling die Briefe erhielt, ging eineplötzliche Verwandlung in ihm vor. Er hatte bisherzufrieden mit seinem Schicksal gelebt, der Zukunft ruhigentgegen gesehen und seinen Wünschen und Hoffnungendie engsten Schranken gezogen; nun aber wallte miteinemmale sein Blut stürmisch auf; es ergriff ihn heißeBegierde, sich in eine höhere Sphäre zu schwingen. Erbetrachtete sich jetzt mit andern Augen, als sonst imSpiegel, uns fand in seinem Gesichte einen Zug vonHoheit, de» er noch niemals bemerkt hatte. Kurz, dieEitelkeit fing an, ihr Spiel mit ihm zu treiben.
Seine unglückliche Mutter starb einige Stunden nachder Uebergabe der Briefe. Er eilte jetzt zu Paulinen,entdeckte ihr seine Herkunft und meldete ihr zugleichseinen Entschluß, ohne Verzug zum Minister zu gehenund ihn zur Erfüllung seiner väterlichen Pflichten auf-zufordern.