aber dennoch Wort, und schwieg. Bon seinem Goldenahm ich nur so viel, als in den ersten Tagen DeinesLebens nöthig war. . Der Rest liegt noch in diesem Au-genblicke versiegelt in meinem Schranke. Ich rührteihn nicht an, sobald ich wieder Kräfte hatte, uns durchArbeiten zu ernähren.
Als Du ungefähr ein Jahr alt warst, hörte ich zu-fälliger Weise bei einer Nachbarin von dem Treulosensprechen. Es ward erzählt: er sey der Liebling desFürsten, habe vor wenig Tagen den Kammerherrn-schlüfsel bekommen und werde nächstens einen neugebau-ten Palast in der Nähe des Schlosses beziehen. Manwollte noch mehr von ihm sagen; ich brach aber dasGespräch plötzlich ab und entfernte mich, weil ich fühlte,daß mein Gesicht glühte.
Einige Monate nachher ergriff mich eines Abends eineunüberwindliche Sehnsucht, wenigstens die Mauern zusehen, die der Ungetreue bewohnte. Ich nahm Dichauf den Arm, ging an's Schloß nnd wollte eben nachseinem Hause fragen, als mich eine rauschende Musik,die aus einem Palaste herabschallte, aufmerksam machte.Eine Menge neugieriger Menschen stand vor der Thür.
Ich mischte mich unter sie, um die Ursache dieses Zu-sammenlauss zu erfahren; aber indem ich mich nach ei-nem freundlichen Gesichte umsah, an das ich meineFrage richten wollte, wurden die Psortenflügel des Pa-lastes geöffnet, und der eindringende Menschenstrom rißmich mit sich hinein. Der Zug ging rasch eine breiteTreppe hinauf und nach der offenen Thür eines pracht-voll erleuchteten Saales hin, der mit Herren und Da-men «»gefüllt war. Ich warf einen Blick in den glän-zenden Kreis, sah Ferdinanden — sah ihn eine junge