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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
185
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Dame, die mit Edelsteinen bedeckt war, zum Tanz auf-führen, und um mich her riefen zwanzig Stimmen:Bräutigam und Braut! Da war mir, als wankteund stürzte der Boden unter meinen Füßen. Ich thateinen Schrei und die Sinne vergingen mir.

Als ich die Augen wieder aufschlug, fand ich mich ineinem unbekannten Hause, von fremden Leuten umge-ben. Ich lag auf einem Bette; Du schliefst ruhig anmeiner Seite. Eine freundliche Frau war um mich be-schäftigt, und freute sich herzlich, mich wieder auflebcnzu sehen. Sie war bei meiner Ohnmacht gegenwärtiggewesen. Ich falle, so erzählte sie mir jetzt wievon einem Blitz getroffen, rücklings zu Boden. Alleumherstehende Personen erschrecken; ein großer Theilder Hochzcitgäste strömte herbei; der Bräutigam drängtsich vor allen hervor, beugt sich zu mir herab und eiltschweigend wieder in den Saal. Sein plötzliches Zu-rllcktreten, die Todtenbläffe seines Gesichts und seinschwankender Gang vcrrathen eine Bestürzung, die sichNiemand erklären kann. Kurz darauf sendet er fürmich eine Flasche Wein, und läßt befehlen, mich in einsder nächsten Häuser zu bringen und dort für meine Ge-nesung auf seine Koste» zu sorgen.

Dieß erzählend, reichte mir die gute Frau ein Glasdes Hochzeitsweines, den mir der menschenfreundlicheKammerherr, wie sie ihn nannte, gespendet hatte; alleinich trank keinen Tropfen und verließ so schnell als mög-lich die Gegend, wo ich meinen Verführer das Fest sei-ner Treulosigkeit mit Trompeten und Pauken feiernhörte.

Als ich in meiner Wohnung wieder ankam, fühlteich wie durch ein Wunder eine erquickende Gemüths-