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kleidern (die von einer zum Roscnfest cingetroffenen Dameohne ihr Vorwissen entliehen waren) trat er mit lachen-dem Gesicht, als hätte er nur einen unschuldigen Scherzunternommen, dem General entgegen. Doch mit gerun-zelter Stirn sagte Dieser: „Sie erlauben sich unange-nehme Freudenstörungen, Herr Kammerherr! Sie ver-läugnen heute ganz den feinen Hofmann, der die Ge-setze der Schicklichkeit nirgends Übertritt, und es überallbehutsam vermeidet, sich lästig zu machen. — Ich seh'es überhaupt nun ein, daß es ein thörichter Einfall war,in der Nähe einer großen Stadt ein Nnschuldsfcstzu veranstalten. — Davon überzeugten mich außer demHerrn von Salvni auch noch andere der gegenwärtigenHerren, die während der Zeit, als der Tugend eineLobrede gehalten wurde, im Kreise der Mädchen um-hergingen und den Samen des Lasters auszustreuensuchten." —
Hier unterbrach ihn ein Bedienter, der ihm etwasins Ohr raunte und schnell wieder abtrat. „Ich mußSie auf einen Augenblick verlassen, meine Herren!"sagte der General. „Aber der Rest meiner Strafpre-digt" — setzte er lächelnd und mit aufgehobenem Zeige-finger hinzu — „bleibt Ihnen unverloren." —
Cs war ihm gemeldet worden, daß ihn eine durch-reisende Fremde unverzüglich zu sprechen verlange. Crfand in dem Zimmer, worein man sie geführt hatte, einverschleiertes Frauenzimmer, das seine Frage nach Standund Namen blos durch Aufhebung des Schleiers beant-wortete. Er sah bas Angesicht einer Frau von unge-fähr fünfunddreißig Jahren, die in ihrem Blüthcnaltersehr schön gewesen seyn mochte und ihm bekannt schien;doch mußte er gestehen, daß er nicht wisse, wer sie sey.