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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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wenigstens das Schloß mit einer doppelte» Schildwachean der Pforte besetzen solle, und er ernannte sich zu-gleich selbst zum Commandanten der Burg. DiesenSpaß mußte der General gestatten und eine Waffen-übung mit ansehen, die der Oberst oom Fenster hinabbefehligte. Er hetzte die alten Kriegsknechte mit Dop-pel- und Geschwindschritten auf dem Schloßplatze herum,ließ blind Feuer geben, und lachte herzlich, als einigeder schwachen Helden, die im Voroergliede alis's Kniefallen mußten, sich ohne Hülfe nicht wieder ausrichtenkonnten. Der General wandte die Augen weg und sagte:Genug, Freund, genug! Du gibst der unten versam-melten Jugend ein sitlcnverderbendes Schauspiel! Sielernt hier das Alter verlachen, das sie ehren soll."

Die armen Soldaten erhielten Ruhe und wurdenreichlich bewirthet. Aus der Residenz langten mehrereGaste zu Roß und Wagen an. Unter ihnen befandensich verschiedene junge Wüstlinge, die der General mitheimlichem Verdruß bewillkommte.

Ein heiterer Himmel begünstigte das Fest, das in denkühlen Nachmittagsstunden begann. Evelina ward ausihrer Wohnung feierlich abgeholt. Ein schlichtes wei-ßes Kleid, auf welches ihre braunen Haarlocken herab-fielen, war ihr ganzer Schmuck, und sie war wunder-schön. Jüngere Mädchen streuten ihr Blumen; der Ge-neral und der Pfarrer gingen ihr zur Seite, und jenerhielt von Zeit zu Zeit die muthwilligen Stadtjunker,die den Zug umschwärmten, mit einem scharfen Blickim Zaume. Auf dem grünen Plake, der zur Krönunggewählt worden war, sprach der Pfarrer in einer kur-zen, herzlichen Rede von dem Werthe und de» Seg-nungen der Tugend. Die meisten Landleute vergossen