derselben hielt der commandirende Offizier, ein kugel-runder Zwerg, auf einem stattlich aufgeputzten Esel.
Der General betrachtete dieses wunderliche Volk eineWeile, und schickte dann einen Diener hinab, mit derFrage: was der Einmarsch in sein Gebiet bedeute?
„Das wird dieses Schreiben erklären," sagte der Esel-reiter , indem er aus der Pistolcnhalfter einen Briefhervorzog.
Herr von Lindenkron erkannte gleich auf dem Um-schläge die Handschrift eines lustigen Freundes, desObersten Solmitz, der ihm Folgendes schrieb: „Das istbrav, Herr Bruder, daß du die Tugend, die anderwärtsunter die Füße getreten wird, auf deinem Gute krönenwillst! Da sie aber, wie bekannt, viele Feinde hat, sobedarfst du bei dieser Feierlichkeit einer tüchtigen Mann-schaft, um die nöthige Ordnung zu erhalten. Ich habedaher einen Trupp Kernmänner — die bei der weilandpäpstlichen Armee mit Auszeichnung dienten und sichverabschiedet nach Deutschland verirrten — für dich ge-worben, und verspreche mir deßhalb von dir, der immerbei seinem Regimente auf schöne Leute hielt, den voll-kommensten Beifall. Ueber die Kosten der Werbungund Ausrüstung wollen wir uns in der nächsten halbenStunde mündlich vergleichen." —
Kaum hatte der General diesen Brief gelesen, so« kamder Oberst an. Jener gab sich ans Höflichkeit die Miene,als belustige ihn seines Freundes Scherz; doch verbater den Dienst der Wehrmänncr bei der Krönung, weildiese dadurch lächerlich werden würde. Solmitz bestandnun darauf, daß seine Schaar — die er, mit Ausnahmedes Offiziers und des Fahnjunkers, aus den abgeleb-testen Greise» des Invalidenhauses ansgehoben hatte —