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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Lina flog ihm mit den Schlüsseln des Räthsels nnd desGotteshauses entgegen. Er billigte ihr Verfahren, sandtesie heim und schloß selbst das Gefängnis auf. Fluchendfuhr Saloni heraus und drohte, sich über die ihm wi-derfahrene Unbill bei dem General zu beklagen.

Er that es, fand aber keinen mitleidigen Richter.Herr von Lindenkron, der ihn wenig schätzte, sagte la-chend:Ich bedaure Sie nicht, Saloni! Ihr Herrenbehandelt jedes hübsche Mädchen aus den niedern Stän-den als eine für euch gewachsene Frucht! Darum freutcs mich, daß Eoclina Sie eines andern belehrte. Siemachte sich dadurch des Ehrcnkranzes, den sie morgentragen wird, doppelt werth, und ich lege zur Belohnungihrer muthigen That den fünfzig Dukaten, die ich ihrzum Geschenke bestimmte,. noch zehn Stück zu."

Der Kammerherr war zu feig, sich über diese uner-wartete Antwort empfindlich zu bezeigen. Er behieltsich aber vor, Evelinen des folgenden Tages auf irgendeine Art zu bestrafen.

Der Morgen des Festes brach an, und es war nochziemlich früh, als der General vor dem Schlosse eineTrommel schlagen hörte. Er trat ans Fenster und er-blickte mit Erstaunen ein in Parade stehendes Häufleinder abenteuerlichsten Soldaten, die er jemals gesehenhatte. Es waren ungefähr zwanzig stcinalke, klapper-dürre, knickbeinige Männlein: eine wahre Leibwache desTodes! Sie schwammen in weiten und breiten, philister-mäßig ausgesteifte» Rocken, trugen insgesammt Zopf-perllcken, und kleine Hütchen schwebten darauf. Aberkriegerisch waren sie mit Flinten und Säbeln bewaffnet.In ver Hand eines buckligen Fahnjunkers wehte ihreFahne mit der Inschrift: Sieg oder Tod! und vor