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„Wie so?" fragte Lina.
„Wenn Sie dis Güte haben, mich hineinzuführen.—Ich bin ein leidenschaftlicher Kirchenfreund; das kleinsteKapellchcn hat für mich etwas Anziehendes."
„Aber es dämmert schon," sagte sie.
„Ihre schönen Augen werden uns leuchten," antwor-tete er.
Sie mochte sich entschuldigen, wie sie wollte, er hatteimmer schnell einen artigen Widerspruch bei der Hand.Es war unmöglich, ihn los zu werden. Am Ende ent-schloß sie sich, das Heiligt hum zu öffnen, um denUn heiligen aus ihrer Stube fortzubringcn. Siehatte gern eine dritte Perlon als Schutzwache mitge-nommen, aber des Schulhauses einsame Lage verbot es,einen Nachbar zu rufen. Sie mußte mit dem gefähr-liche» Menichen allein gehen. Und siehe da! er wagtemitten in der Kirche einen unbescheidenen Versuch, die-sen Umstand zu nutzen. Sie aber entriß sich rasch sei-nen Armen, flog wie ein Vogel zur Thür hinaus undschloß ihn ein.
Er, der furchtsamste aller Menschen, war wie vomDonner gerührt, als er sich in der dunkeln Kirche ein-gesperrt sah. Die darin begrabenen Pfarrherren stie-gen vor seinen Augen aus den Grüften empor; die stei-nernen Apostel an den Wänden wurde» lebendig. Erfloh nach der Thür und donnerte sich die Hände daranwund. Aber diese Nothschiisse hörte Niemand als Lina,die, aus Furcht vor seiner Zudringlichkeit und Rache, denfeste» Entschluß gefaßt hatte, ihn nicht eher zu entker-kern, bis ihr Pflegevater zu Hause scy. Dieser kamerst nach einer rollen Stunde. Er hörte mit Schrecken,als er bei der Kirche vorüberging, das Gepolter darin.