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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
Seite
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?lber wer ist eigentlich diese Eoelina?" fragte Herrvon Lindenkron den Geistlichen unter vier Augen.

Vor dieser Frage, mein Herr General, habe ichmich schon ein wenig gefürchtet;" sagte der Pfarrer.Ich kenne des Mädchens Herkunft; sie ist aber einGeheimniß, das mir unter dem Siegel der Verschwie-genheit anvertraut wurde. Alles, was ich jetzt sagendarf, ist dieß: Evelina's Mutter hielt vor siebzehnJahren in möglichster Stille ihre Niederkunft, und gingdann außer Landes, nachdem sie zuvor ihr Kind dem 'Schulmeister und seiner Frau übergeben und ihnen zuLessen Pflege und Erziehung eine beträchtliche Summeangewiesen hatte. Sie wechselte nachher oft Briefe mitihnen, und in einem der letzter» hat sie gemeldet: siewürde bald hier eintreffen, um ihre Tochter abzu-holen."

Mit dieser halben Antwort begnügte sich Herr vonLindenkron, und der Geistliche war froh, daß er soleicht damit durchkam.

Dis Anstalten zum Feste wurden nun mit Eifer be-trieben. Der General ließ, um den Landleuten einengeraumen Tanzboden zu verschaffen, den Platz vor sei-nem Schlosse zu einer festen Tenne schlagen, die imKreise herumstehenden Lindenbäume mit Lampen be-hängen und das Schloß selbst mit Erleuchtungsgerüstenbekleiden. Auch der Koch bekam alle Hände voll zuthun. Die ganze Dorfschaft sollte bewirthet werden,und aus der Hauptstadt, die nur drei Meilen entferntlag, waren ungebetene Gäste zu erwarten; denn esließ sich voraus sehen, daß die Roscnfeier dort kundwerden und Freunde und Bekannte des Generals an-locke» würde, ihn bei dieser Gelegenheit zu besuchen.