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„Aus welchen Gründen?" — fragte der Gerichts-Halter.
„Um peimo," — antwortete Muffel — „ist JungferLina keine Eingeborene."
„Wer sagt das?" sprach der Pfarrer. „Das Kirchen-buch beweiset das Gcgcntheil."
„Und wäre das auch nicht," fiel der General ein,„so hatte doch Herr Muffel nicht Fug und Macht, einGesetz, von dem noch gar nicht die Rede war, zu er-schaffen. — Indessen ist cs recht und billig, daß dasRosenmädchen hier geboren sey, und so mag denn dießfür die Zukunft als Gesetz gelten."
Herr Muffel, der gern seine kleine, häßliche Tochterzum Rosenmädchen erhoben hätte, langte jetzt einenneuen Pfeil aus seinem Köcher hervor. „Uro «i-runUo,"
— sprach er — „sey es zwar fern von mir, der be-lobten Jungfer Lina etwas Unrühmliches nachzusage»;sie ist aber in der That zu wohlgebildet, als daß siebei den vielen Anfechtungen, welchen die Schönheitausgestellt ist, ganz rein und unbefleckt hätte bleibenkönnen, sintemal das zerbrechliche Glas der Tugendleicht Riffe bekommt oder wenigstens anläust." —
„Wie.seltsam und beleidigend!" rief der General mitUnwille» aus. „Also vertrage» sich nach Herrn Muf-fels Meinung Schönheit und Tugend nicht zusammen?
— Ein sehr falscher und feindseliger Gedanke! — Werkeine triftigem Gründe vorzubringen weiß, der schweige!"
Herr Muffel schwieg; andere Einwendungen wurdennicht laut; der General bestimmte den nächsten Sonn-tag zum Rosenfeste, und die Wahlmänner gingen aus-einander.