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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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Unruhig wälzte sich indessen Roderigo auf seinemLager. Die Nattern des Gewissens verscheuchten denSchlaf von ihm. Cr sprang auf und befahl seinemSpießgesellen, am Kloster zu spähen und zu lauschen,ob er ungewöhnliche Bewegungen darin vernehme. DerDiener ging. Im Säulengange strauchelt er über denLeichnam. Er eilte mit Grausen zurück zu seinem Herrnunv meldete ihm den schauderhaften Fund, der beidenei» schreckliches Räthsel war.

Sie sannen mit einander auf ein neues Mittel, sichder Leiche zu entledigen. Der Diener schlug vor, sieim Garten hinter dem Palaste zu vergraben; allein derHerzog wollte sich diesen Lnstvrt nicht durch ein Denk-mal eines Verbrechens auf immer verleiden. Er drangauf Rath und Thal, den Ermordeten möglichst weit zuentfernen. Der verschlagene Diener gerieth nun aufden ungewöhnlichen Einfall, den Körper auf ein wil-des Pferd zu binde» und es dann ins Freie zu ja-gen. Der Herzog hatte in seinem Stalle einen jun-gen unbändigen Hengst, von dem man sich verchrcchenkonnte, daß er, wenn man ihn ungezügelt laufen ließ,nicht in der Nähe bleiben werde; und ward er endlichaufgcfangcn, so wußte Niemand, in welchen Stall ergehörte, weil er erst Tages vorher von einem durch-reisenden Roßhändler gekauft, und folglich der ganzenHauptstadt noch unbekannt war.

Der Herzog billigte den Vorschlag, und gab zu des-sen Ausführung dem Diener volle Gewalt. Dieser warein so gefühlloser Unmensch, daß ihm nicht graute, mitblutigen Händen einen Scherz auszuführcn. Er legtedem Leichnam, um ihn auf den Rücken des Renners in