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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
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bleich und starr wie ein Landmann vor seinem Felde,wo er die Hoffnung einer nahen goldenen Ernte durchHagelstürmc vernichtet sicht.

Zsivors Bestürzung dauerte jedoch nur wenige Minu-ten. Die treue Eigenliebe griff seinem sinkenden Mutheunter die Arme und stellte ihn wieder fest auf dieFüße. So ermannt, haderte der geistliche Stüber mitsteh selbst.Dummkopf!" sprach er,du hast die Sachefalsch angegriffen und dir bloß dadurch einen schiefenErfolg zubereitet! Wie konntest du erwarten, durchtodte Buchstaben zu siegen? Geh, zeige dich selbst! DieHerzogin sah dich bis jetzt nur im engen Gefängniß derKanzel und in der Jammergestalt eines bedrängtenSchulknaben, der seine Lection nicht aufsagcn kann.Wie war's möglich, ihr in diesem Noihstande zu ge-fallen? Aber auf der Straße, vor den Fenstern ihresPalastes, wird das Ebenmaß deines Körpers und dasfreie Spiel deiner Glieder einen unwiderstehlichen Ein-druck auf sie machen."

Nach diesem Selbstgespräche kleidete er sich so nettals möglich, und ging auf Eroberung aus.

Mehr als fünfzig Mal des Tages durchstrich er dieStraße der Geliebten und blickte mit unverwandtenAugen nach der langen Spiegelreihe ihrer Fenster empor.Zur Abwechselung stand er auch Stunden lang an denEcken der Quergäßchen, um die Dame seines Herzensausfahren zu sehen und ihr einen Gruß in den Wagenzu werfen. Die Nachbarschaft und der herzogliche Thür-steher zogen den unermüdelen Pflastertreter und Eckcn-wächter bald in Betrachtung und machten allerlei Glos-sen über ihn; aber die Herzogin, der des GemahlsEifersucht nur selten einen kurzen Aufenthalt am Fen-