als ob er die Pflastersteine zahlte, floh er in seine Zelle,und schloß einen, Mönch, Namens Urban, der ihm alsdienender Bruder zugesellt war, sein Herz auf. Nacheinem freimüthigen Geständniß, daß er auf der Kanzelwenig Ehre eingelegt hatte, schilderte er vie Urheberindieser Verwirrung mit der Leidenschaft glühendsten Far-ben, und brach zuletzt in Klagen aus, daß er ihren Na-me» nicht wisse.
„Wer kann's anders gewesen set>n, als die Herzoginvon Giro»«?" sagte Urban. „Eure Beschreibung paßtin ganz Madrid nur auf sie." —
„O, daß es eben eine Herzogin seh» muß!" seufzte Isi-dor. „Ich wollte, sie wäre eine arme Bürgerin, da-mit ich mich furchtlos ihr nahen und ihr sage» könnte,daß ich sie liebe."
Unruhig ging er auf und ab. Sein Blick siel in ei-ne» Wandspiegel. Er blieb stehen, betrachtete mit Selbst-gefallen seine Gestalt und faßte Muth. „Freund," spracher, „ich bin entschlossen, mit der Herzogin Bekanntschaftzu machen."
„Schlagt Euch diesen Gedanken aus dem Sinne!"rief Urban. „Eine Fürstin, und besonders eine solcheFürstin, ist kein Bissen für einen Mönch."
„Die Mönche sind verschieden, mein Freund!" ver-setzte .Isidor mit stolzem Hohnlächeln. „Die Rote unddas Angerblümchen sind Blumen; aber welcher Unter-schied! — Ich hoffe, du verstehst mich, wenn du näm-lich gesunde Augen und einen Begriff von männlicherWohlgestalt hast."
Urban erstaunte über die Eigenliebe des Menschenund schüttelte schweigend den Kopf.
„Ich werde natürlicher Weise nicht ungeschickt zu