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11 (1847) Kleine Romane und Erzählungen : mit sechs Stahlstichen
Entstehung
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dem Schwerte bewachte. Er wies einige kühne Pala-dine, die ihr zu nahe treten wellten, tapfer zurück.Das verbreitete Schrecken, und man scheute sich nach-her vor dem furchtbare» Manne und seinen Argusau-gen. Doch was Fürsten und Ritter nicht mehr wag-ten, dessen unterfing sich ein Mönch.

Der Palast, den der Herzog in Madrid bewohnte,lag in einer etwas einsamen Gegend und gränzte mitden weitläuftigcn Gebäuden eines ansehnlichen Franzis-kanerklosters. In diesem nahm einst ein junger Ordens-bruder aus Salamanca sei» Absteigequartier, um Gast-predigken in der Hauptstadt zu halten. Pater Isidor so hieß er war ei» Mann von Geist und alsKanzclredner berühmt. Auch sein Körper bezeichnele ihnals einen Günstling der Natur. Man konnte seinehohe, herrliche Gestalt nicht sehen, ohne sie zu beklagen,daß sie in eine unförmliche Mönchskutte gebannt war.Ec khat indessen sein Möglichstes, sie aus ihrer düstcrnUmgebung trefflich hervorleuchtcn zu lassen. Mit allenPutzkünstcn der Zierlinge seiner Zeit gründlich bekannt,schmückte er sich rrie der eitelste Geck. Seine Kloster-gesellen nahmen daran ein Aergerniß und ließen ihnbei jeder Gelegenheit ihren Unwillen empfinden; dochdas kümmerte ihn wenig. Er fand sich durch Franen-gunst für Mönchshaß reichlich entschädiget.

Verschiedene seiner Liebesabenteuer in Salamanca wa-ren dem Guardian seines Klosters zu Ohren gekommen.Das bewog de» strengen Sittenmeister, ihn auf derReise nach Madrid von einem Aussetzer begleiten zulassen. Er wählte dazu den Pater Sylvester, den steif-sten Pedanten des Klosters. Dieser Murrkopl war Isi-dors heftiger Widersacher. Darum hoffte der Guardian,